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Rückblick auf das Jahr 2025

Liebe Leser*innen,

das Jahr 2025 ist Vergangenheit, daher möchten wir die Gelegenheit nutzen und als Team der Außen­stelle ein paar Informationen zum aktuellen Stand unserer Außenstelle sowie einen Rückblick auf unsere Tätigkeiten in diesem Jahr geben.

Wir sind nach wie vor ein überwiegend junges und gut durchmischtes Team von neun Personen, in dem jede*r unterschiedlich viel an Erfahrungen einbringt. Zusätzlich werden wir von sogenannten „akti­ven Mitgliedern“ z. B. bei Präventionsaktivitäten und der Spendenakquise dankenswerterweise unterstützt. Weitere zukünftige Mitarbeiterinnen haben ihre Mitarbeit bereits aufgenommen und werden Anfang 2026 ihre Grundausbildung beim WEISSEN RING absolvieren. Als Außenstellenleiter leite ich die Außenstelle nun bereits fünf Jahre und es macht mir nach wie vor sehr große Freude, mit diesem Team arbeiten zu können, zumal ich nun mit Pascale Steininger eine engagierte und kompetente Stellvertreterin an meiner Seite habe. 

An dieser Stelle auch nochmal ein großes Dankeschön an das gesamte Team von ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen und aktiven Mitgliedern, ohne deren großes Engagement das Pensum nicht zu bewältigen wäre.

Wir können wieder auf ein sehr intensives Jahr 2025 zurückblicken, in dem wir als Außenstelle über 180 Fälle teilweise sehr intensiv betreut und über 60.000 Euro als Opferhilfen ausgezahlt haben, da­runter viele Rechtshilfen als Übernahme von Anwaltskosten, schnelle und unbürokratische Soforthil­fen zur Überbrückung finanzieller Notlagen und andere Formen der Opferhilfen wie der WEISSE RING sie im Bedarfsfall zur Verfügung stellen kann.

Leider waren es wieder über 60.000€, weil andere, eigentlich zuständige staatliche Stellen keine entsprechende Unterstützung bieten oder sogar mit dem sog. „Fonds sexueller Missbrauch“ die Leistungen in 2025 völlig eingestellt haben – ein Skandal, den unser Verein entsprechend kommentiert.

Wieder betrafen fast 90 % der Fälle sexuelle und häusliche Gewalt. Insofern unterstützen wir jede Planung der Bundesregierung, hier strafverschärfend gesetzliche Gegebenheiten zu verändern und unterstützen z. B. die Petition von Frau Prof. Dr. Kristina Wolf auf change.org.

Männer nehmen zunehmend Hilfe bei uns in Anspruch, sind zahlenmäßig allerdings nach wie vor geringer vertreten als Frauen. Wir möchten daher an dieser Stelle betonen, dass sich unsere Hilfen an Betroffene jeden Geschlechts richten. 

2025 fanden wieder einige Veranstaltungen statt, so z. B. ein Infoabend im Rahmen des internationalen Frauentags in Schwerte am 07.03.2025. Unsere geschätzte Kollegin Susa Eybe war hier vor Ort und hat an einem Infotisch über unsere Arbeit informiert. Es liegt uns sehr am Herzen, solche Termine zu nutzen, um Präsenz zu zeigen und auf unsere Arbeit aufmerksam zu machen, da leider immer noch viele Menschen nicht wissen, wo sie Hilfe bekommen können.   

Wir sind sehr dankbar für unsere wertvollen Kooperationen mit dem Frauenforum Unna e. V. und dem Kinder­schutzbund in Unna. Letztere luden uns im letzten Jahr zu einem wichtigen Fachtag zum Thema „sexu­elle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ ein und gaben uns somit die Möglichkeit, uns und unsere Arbeit im Kreis vorzustellen. Kinder und Jugendliche sind, wie den Statistiken des Bundeskriminalamts entnommen werden kann, leider besonders häufig Opfer insbesondere von sexualisierter Gewalt. Wir setzen uns dafür ein, dass auch Kinder und Jugendliche, die Opfer von Straftaten geworden sind, ein Gehör finden und entsprechende Hilfe erhalten. Ebenso schätzen wir unsere Kooperationen mit den Opferschutzkommissariaten der Polizei in Unna und Dortmund, einigen Opfer-Anwält*innen sowie Jugendhilfeeinrichtungen. Wir sind auch weiterhin in einigen Netzwerken im Kreis Unna vertreten, um unsere Perspektive zum Opferschutz einzubringen. 

Ein wichtiger Arbeitsbereich neben der Betreuung und Unterstützung von Opfern sind Infoveranstal­tungen in Gruppen wie CDU-Seniorenunion, entsprechende Gruppen der SPD oder von Gewerkschaf­ten, Frauenhilfegruppen aus Kirchengemeinden und andere mehr. Hier informieren wir einerseits über den WEISSEN RING als Organisation sowie über die vielen Hilfeformen, die uns dank des immer noch enormen Spendenaufkommens möglich sind. Zum anderen informieren wir über spezielle gefährliche Situationen für Frauen oder Senior*innen. Dazu zählen auch Informationen zu digitaler Gewalt in Form von Cyber­mobbing, Deepfakes (digital veränderte, realistisch wirkende Bilder, die pornografischer Natur sein können) oder Pishing-Mails. Ein Beispiel für eine solche Infoveranstaltung ist der Infoabend zum internationalen Frauentag am 07.03.2025 in Schwerte, bei dem uns unsere Kollegin Susa Eybe vertreten und unsere Arbeit als WEISSEN RING vorgestellt hat. 

Besonders stolz blicken wir auf den im Juli 2025 veröffentlichten Film von der Schwerter Runde, in dem eine ehemals von uns betreute Frau offen und sehr eindrücklich über ihre Geschichte von anfänglicher Liebe bis hin zu jahrelang erfahrener körperlicher und sexualisierter Gewalt spricht und wie sie mithilfe des WEISSEN RINGS aus der Situation herausgefunden hat. In dem Film haben außerdem Sarah Koepe und Reinhard Streibel von unserer Außenstelle zu unserer Arbeit und den Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten des WEISSEN RINGS berichtet. Des Weiteren freuen wir uns sehr darüber, dass die Ruhrnachrichten im letzten Jahr sehr umfangreich und ausführlich über den Missbrauchsfall von „Alya“ (Name geändert) berichtet haben. Dadurch werden zum einen die Geschichten der Betroffenen sichtbar gemacht und zum anderen können wir uns als Verein bekannter machen, damit auch zukünftig Opfer von Straftaten zu uns finden können. Die jeweiligen Beiträge können Sie auf unserer Website unter dem Reiter Neuigkeiten finden. 

Den Bereich der Präventionsarbeit bedienen wir bereits seit ein paar Jahren z. B. mit Selbstbehauptungstrainings für Mäd­chen und wollen ihn zukünftig noch stärker ausbauen und auch ein Angebot für Jungen ermöglichen. Die Selbstbehauptungskurse für Mädchen, den wir mit Spendenmitteln finanzieren konnten, haben wir in Zusammenarbeit mit dem VSI Schwerte e. V. weitergeführt. Völlig neue Wege sind wir zusammen mit dem Frauenformum Unna e.V. mit der Durchführung von zwei Kursen a) für Frauen mit Behinderung und b) für Frauen ü65 gegangen. Diese wurden sehr gut angenommen und die Fortführung in 2026 ist bereits fest terminiert. Diese Art von Präventionsarbeit setzen wir in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern in 2026 fort.

Ein wichtiges Thema wird in diesem Jahr auch die Spendenakquise sein. Vor dem Hintergrund von Sparmaßnahmen aufgrund zurückgehender Spenden bei gleichzeitig steigenden Ausgaben für Opferhilfen ist auch das eine wesentliche Aufgabe von ehrenamtlicher Arbeit, damit diese weiter stattfinden kann. Den ersten Schritt machten wir bereits im Verlauf des Herbstes 2025, indem wir Unternehmen und Vereine im Kreis Unna angeschrieben haben. 

Ein großes Dankeschön gilt den großzügigen Spender*innen, die uns im letzten Jahr in die Lage versetzt haben, derartige Maßnahmen durchführen zu können. Wenn Sie als Mitglied im WEISSEN RING Ideen oder Tipps haben, die Sie einbringen möchten, kommen Sie gerne auf uns zu. Und damit verbleiben wir im Namen des Teams mit besten Grüßen und Wünschen für ein gutes Jahr 2026!

Reinhard Streibel 

Leiter der Außenstelle Unna  

Pascale Steiniger

Stellvertretende Leiterin der Aussenstelle

Niklas Schmidt

Ehrenamtlicher Mitarbeiter 

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